Bring uns Söhne für den Sieg Version 1.0

Arundhati war immer weiter gen Westen gezogen. Sie hatte die Gabe, konnte – wie Orlando – Gestalt und Zeiten wechseln, auch ihr Geschlecht. Im Land im Südosten hatte sie alles gesehen: Männer wurden gepfählt oder den wilden Tieren vorgeworfen, Köpfe staken auf langen Stangen beim Stadttor zur Abschreckung, abgehackte Hände und Füße von Sklaven gaben sie den Hunden, richteten sie auf Menschenjagd ab, Verbrennungen der Witwen und Töchtermorde, Vergewaltigungen waren nicht das Schrecklichste, sofern die Frauen sie überlebten und in ihre Dörfer zurückkehren durften. Andere wurden verschleppt, auf Planen zum Trocknen ausgebreitete Leiber der kleinen Kinder, die „Nemted" wollten das Volk der „Balkab" vernichten, ausgestochene Augen von Menschen in der Hand dämonischer Zauberer, die das Volk in Bann hielten. Hier in diesem friedlichen, grünen Land stieß sie auf Begebenheiten, die sie zwar in anderen Zeiten und Ländern schon erlebt, hier jedoch nicht vermutet hatte. Sie war gewappnet, gefeit, die Frau nicht. Sie sollte sie bald kennenlernen.

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Sommergarten – Schafgarbentee – Eine Erinnerung

5Minuten-Lesemarathon Musilhaus, März 2014 „Mein Garten":

In Unterkärnten sind wir in der Heimat des Vaters. Das Bauernhaus steht weitab vom Ort, mit Panoramaaussicht von Klagenfurt bis Koralpe. Nah hinter der Tenne beginnt der Wald. Die Mutter legt einen Gemüsegarten an, klassisches Kreuz mit Steinskulptur. Ein Stachelbeerstrauch, Salatbeete, Kraut, Kohl, Radieschen und Karotten, Fülle von Rot, Gelb und Grün. Zur Straße hin entsteht ein zehnreihiges Kartoffelfeld, in das wir, mit einer Blechdose bewaffnet, auf Käferjagd abkommandiert werden. Alte Bäume

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Verschwunden im Meerauge - Leseversion

„Es ist nichts so wie es scheint."

Ein Krimi zwischen Karawanken und Wörthersee
Sie kennen das Meerauge1 im Bodental? Auf einer Tafel bei diesem geheimnisvollen türkisblauen Teich liest man eine geheimnisvolle Inschrift. - Ist es Legende oder ist es wahr?
Wörthersee, 7 Uhr früh. Endlich am Wasser! Der See liegt spiegelblank vor ihm. Kein Mensch weit und breit. Endlich! Er springt die Böschung zum Ufer hinunter, in großen Schritten ins tiefblaue klare Wasser. Untertauchen, ein paar kräftige erste Züge, Auftauchen – aaahh herrlich! / Eine Welle eines vorbeifahrenden Motorbootes hebt ihn. Die Seepolizei, schaut er kurz auf, taucht wieder unter. / Seit Wochen wünscht er sich nichts anderes! Es hat nicht so ausgesehen, ob er es heuer überhaupt schaffen würde. Sie haben ihm keine Ruhe gelassen, diese Wiener! Er stöhnt laut auf vor Wonne und Freude und schwimmt nun langsamer am Ufer entlang. Weiter hinaus sollte man hier nicht. Zu groß die Gefahr unter eine Schiffsschraube zu kommen, gerädert zu werden wie

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„Die Wege Der See“ - Drama-Bearbeitung von Bachmanns „Drei Wege zum See“

1. Bild: Heimkehr – Wege

Bild: links Wald, mehrere Wegweiserschilder.
rechts Vorstadthaus mit Vorgarten, Haustüre, Weg zum Haus hin, Torgitter
Requisit: links Sitzgelegenheit Bank. Rechts Tisch, zwei Sessel vor dem Fenster, Fensterbank
Aus dem OFF: Topographisches: Auf der Wanderkarte für das Kreuzberglgebiet herausgegeben vom Fremdenverkehrsamt im Zusammenarbeit mit dem Vermessungsamt der Landeshauptstadt Klagenfurt, Auflage 1968 sind 10 Wege eingezeichnet. Von diesen Wegen führen drei Wege zum See, der Höhenweg 1 und die Wege 7 und 8.
Geräusche: Schritte, Keuchen ,Seufzen, Wald, Vögel, Rauschen in den Bäumen wie leichter Wind.
Elisabeth im Wald, kommt von links: „Ich bin 30 Jahre alt, ich bin Reporterin, ich reise viel, England, Paris, New York. Jedes Jahr komme ich nach Hause zurück, zum Vater in meine Heimatstadt

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Mutterland – Kurzdrama: „Süße Erinnerungen“

1. Akt: Wiederbegegnung der Schwestern nach 5 Jahren

1. Szene.

Die Schwester im Zimmer, holt Geschirr, deckt den Tisch mit Teekanne und Tassen, zieht ihre Schuhe aus, schlüpft in Schlapfen, bindet sich eine Schürze um, alles offensichtlich von der Mutter, stößt sich an etwas, stößt es unter das Klavier.
Es klingelt. Sie geht links hinaus, man hört Stimmen im Off. Die Tochter ist angekommen.
Anna: Grüß Dich, Lilly.
Elisabeth (in gedähntem Ton): Jaaaa, grüß Dich.
Anna: Ich komme gerade vom Flughafen, gerade noch rechtzeitig. Der Stefan kommt auch gleich, Du kennst ihn ja noch nicht.
Elisabeth: Aaaah so. Sie kommt ins Zimmer, die Tür hinter sich offenhaltend, spricht nach hinten. Stößt sich an Kisten. Da muß ich ja gespannt sein, bei den hunderttausend Männern, die Du schon mitgebracht hast.
Tochter kommt ins Zimmer, schaut kurz verblüfft, will etwas sagen, überhört die Bemerkung: Oh, Du hast schon ein wenig angefangen, sehe ich. Daß Du das schaffst! Ich helfe Dir natürlich gern. Sieht sich aufmerksam um. (leise) Ist schon so lange her, daß ich hier war.
Sie stellt einen Koffer/Bordcase ab. Überall stehen halbgefüllte Kisten und Schachteln. Sie sieht sich um, hebt etwas auf, streicht über einen Bilderrahmen. Die Schwester stellt hinter ihr die Dinge wieder gerade, will etwas sagen, bleibt still, knabbert an ihrer Unterlippe.
Im Hintergrund Vater und Mutter beschäftigt, sie am Kasten, er am Telefon am Schreibtisch rechts. Daneben sieht man ein ungemachtes Bett. Man sieht sie noch undeutlich, noch kein Licht auf ihnen. Die Mutter sieht kurz auf, als die Tochter hereinkommt, beobachtet sie, dreht sich wieder um und kramt in etwas. Der Vater telefoniert (unhörbar). Was er sagt, kann man an der ober den Schauspielern angebrachten Leinwand lesen bzw. auf den ipods im Publikum.
Vater: Ja, hallo (Betonung auf „o"), meine Schönste. ..ja, ich komme gerade aus Moskau, ja, davor in Belgrad, ja und Split ...ja, natürlich geschäftlich wie immer, ... Du hast mich vermißt, ja, das wollte ich nur hören, sag´s nochmal,

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